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EG802
Datenerfassung & Funk

EG802 zentrale Datenlogger-Einheit für Monitoring-Systeme

Web-verwalteter Multiprotokoll-Monitoring-Hub

Zentrale Einheit für komplexe geotechnische, strukturelle und umwelttechnische Überwachungssysteme. Verbindet Multiplexer, Inklinometerketten und Sensoren per Kabel oder LoRa-Funk und verwaltet Datenspeicherung, Zeitsteuerung, Alarme und Webserver. Über 2 000 000 Erfassungen, Ethernet, WLAN und FTP.

Gerätetyp
Zentrale Datenlogger- / Interconnection-Einheit
Stromversorgung
12 V DC (opt. 110/220 V AC, Solar)
Ruhestrom
30 µA
Betriebstemperatur
−20 … +70 °C

Beschreibung

Das EG802 ist die zentrale Einheit für den Aufbau komplexer geotechnischer, struktureller und umwelttechnischer Überwachungssysteme. Es ist digital mit aktiven Peripheriegeräten verbunden – etwa Multiplexern oder digitalen Inklinometerketten – oder direkt mit kompatiblen Sensoren. Diese Peripheriegeräte können sich unmittelbar neben der Einheit oder mehrere hundert Meter entfernt befinden. Die Verbindung zu jedem Peripheriegerät erfolgt über ein einziges vierpoliges Kabel, das sowohl die Versorgungsspannung als auch den Datenaustausch überträgt – digital oder als Funkstrecke. Bei einer Funkverbindung verfügt jedes Peripheriegerät über ein eigenes lokales Stromversorgungssystem. Die eigentliche Messwerterfassung übernehmen die Peripheriegeräte, während das EG802 die Datenspeicherung, die Zeitsteuerung und die Benutzeroberfläche verwaltet. Zusätzlich bietet der Logger eigene lokale Ressourcen: analoge und digitale Kanäle, Versorgungsausgänge und Alarmausgänge. Bedient wird das EG802 über ein LCD mit 12-Tasten-Tastatur oder komfortabel über den integrierten, passwortgeschützten Webserver, der die vollständige Fernsteuerung aller Funktionen erlaubt. Über Ethernet stehen Webserver, SSH-Server und FTP-Client bereit; Alarm- und Benachrichtigungs-E-Mails werden bei Grenzwertüberschreitungen automatisch versendet. In der Maximalkonfiguration speichert die Einheit mehr als 2 000 000 Erfassungen auf SD-Karte und internem NAND-Speicher. Drei Versorgungsstrategien – volle Funktionalität, Low Power und Ultra Low Power – balancieren verfügbare Funktionen gegen die Batterielebensdauer, was den Einsatz in solar- oder batteriegespeisten Aussenstationen ermöglicht. Als Peripheriegeräte werden EGMUX-Multiplexer, Digitalmultiplexer, Inklinometerketten, Digitalsensor-Arrays, Fiber-Bragg-Grating-Ketten und Modbus-Sensoren unterstützt, per Kabel (RS485/RS232) oder LoRa-Funk (869,4–869,6 MHz).

Anwendungen

  • Komplexe geotechnische Überwachungssysteme
  • Bauwerks- und Infrastrukturmonitoring
  • Umwelttechnisches Langzeitmonitoring
  • Verteilte Sensornetze mit Kabel- und Funkstrecken
  • Solar- und batteriegespeiste Aussenstationen
  • Fernüberwachung mit Alarmierung und Datenexport

Merkmale

  • Zentrale Einheit für komplexe Multiprotokoll-Monitoring-Systeme
  • Verbindet Peripheriegeräte per Kabel (RS485/RS232) oder LoRa-Funk
  • Ein vierpoliges Kabel überträgt Versorgung und Daten
  • Integrierter Webserver zur vollständigen Fernsteuerung
  • SSH-Server und FTP-Client über Ethernet
  • Alarm- und Benachrichtigungs-E-Mails bei Grenzwerten
  • 2 lokale Analog- und 2 lokale Digitaleingänge, 2 Alarmrelais
  • Über 2 000 000 Erfassungen auf SD-Karte und internem NAND
  • Drei Versorgungsmodi: Voll, Low Power, Ultra Low Power
  • Unterstützt EGMUX, DMUX, MUMS, DSAS, FBG und Modbus-Arrays
  • 12 V DC, optional 110/220 V AC oder Solar; Ruhestrom 30 µA

Aufbau eines Überwachungssystems

Die Inbetriebnahme umfasst sieben Schritte: Peripheriegeräte am EG802 konfigurieren, mit dem EG802 verdrahten, Kommunikationstest durchführen, Sensoren mit den Peripheriegeräten verdrahten, Erfassungstest und Prüfung der Datengültigkeit, Arbeitsfunktionen konfigurieren und schliesslich die Arbeitssitzung starten. Der RS485-Bus wird als Reihenschaltung (Daisy-Chain) verdrahtet, mit 120-Ω-Abschluss am ersten und letzten Gerät; maximale Länge 500 m, bis zu 255 Geräte, nur ein EG802 je Netzwerk.

Stromversorgungsmodi

Volle Funktionalität hält alle Funktionen jederzeit verfügbar (mittlerer Strom ≈ 60 mA). Im Low-Power-Modus sind Funktionen nur zu festgelegten Tageszeiten verfügbar (Ruhestrom 30 µA). Im Ultra-Low-Power-Modus ist die volle Funktionalität nur während der Erfassungen aktiv (mittlerer Strom ≈ 30 µA). Ein peripheriegesteuerter Modus erlaubt es angeschlossenen Funk-Peripheriegeräten, die Einheit bei Bedarf aufzuwecken.

Bedienung und Benutzeroberfläche

Die Einheit wird über ein LCD (128 × 64) mit 12-Tasten-Tastatur bedient. Die Menüs decken Konfiguration, Erfassung, Start/Stopp des Erfassungsmodus und Systemwerkzeuge ab. Alternativ steht ein passwortgeschützter Webserver zur vollständigen Fernsteuerung bereit, inklusive virtueller Tastatur, Konfigurationsänderungen und erzwungenen Erfassungen.

Alarme und Benachrichtigungen

Untere und obere Voralarm- und Alarmgrenzen lassen sich pro Gerät und Kanal festlegen. Eine Auslesung ausserhalb des Voralarmbereichs erzeugt ein WARNING-Ereignis und schaltet Alarmausgang 1; eine Auslesung ausserhalb des Alarmbereichs erzeugt ein ALARM-Ereignis und schaltet Alarmausgang 2. In beiden Fällen werden E-Mails an die konfigurierten Adresslisten versendet.

Datenspeicherung und FTP-Client

Erfasste Daten werden auf SD-Karte und internem NAND als CSV-Dateien abgelegt und können automatisch gesichert werden. Der FTP-Client lädt die Daten in einstellbaren Intervallen (1 Minute bis 30 Tage) auf einen Server; Übertragungen werden angehängt und mit eindeutigem Zeitstempel umbenannt. Feldtrennzeichen und Kopfzeile der CSV-Dateien sind anpassbar.

LoRa-Funksystem

Für Funkstrecken arbeitet das LoRa-Mastermodul bei 869,4–869,6 MHz mit maximal 100 mW Sendeleistung und drei Arbeitsmodi (maximale Datenrate, Kompromiss, minimaler Strom). Ein integrierter Funktest zeigt Verbindungsparameter und Signalstärke zwischen Master und Slave. Alle Geräte eines Netzwerks müssen denselben Arbeitsmodus verwenden.

Wartung und Garantie

Die Einheit ist im Normalbetrieb wartungsfrei. Gehäuse geschlossen und Kabelverschraubungen dicht halten, Klemmensitz und Batteriespannung regelmässig prüfen und die 3-V-Uhrenbatterie bei Bedarf ersetzen. Die Enertec Engineering AG gewährt 2 Jahre Garantie ab Lieferung gegen Material- und Verarbeitungsfehler.

Merkmale der EGMUX-Peripheriegeräte

ParameterWert
Anzahl Kanäle4 · 8 · 12 · 16
Unterstützte EingangssignaleV, mV/V, 4–20 mA, VW, Pt100, NTC
Multiplexer pro RS485-Portbis 254 (max. 508 über zwei Ports)
Kanäle pro MUXbis 32 (max. 16 320 gesamt)
Auflösung24 Bit (0,1 Hz für Schwingsaite)
Sensorversorgung+20 V, +12 V, ±12 V, +5 V
KommunikationsartenRS485, LoRa-Funkmodul

4-Pin-Klemmenbelegung nach Sensortyp

SensortypPins 1 · 2Pins 3 · 4Hinweise
mV/V 6-Draht1 +Vcc/+5Vref · 2 Sig+3 Sig− · 4 GND/COMEinzelversorgung, Doppelausgang
mV/V 4-Draht1 +Vcc/+5Vref · 2 Sig+3 Sig− · 4 COM (GND)Einzelversorgung, Doppelausgang
mV/V 3-Draht1 +Vcc/+5Vref · 2 Sig+3 GND · 4 COMEinzelversorgung, Einzelausgang
V, mV 4-Draht (Doppelversorgung)1 +Vcc/+12,5V · 2 Sig+3 Sig− · 4 −12,5VDoppelversorgung, Doppelausgang
V, mV 3-Draht1 +Vcc/+20V · 2 Sig+3 GND · 4 COMEinzelversorgung, Einzelausgang
Pt100 4-Draht1 · 23 · 4Vierleiter-RTD
4–20 mA 2-Draht1 +20V2 COMschleifengespeist
4–20 mA 3-Draht1 +Vcc/+20V · 2 Iout3 COM · 4 GNDextern gespeist
Schwingsaite + NTC1 + · 2 −3 · 4Schwingsaite plus Thermistor

Lokale Analogeingänge – Detailspezifikationen

ParameterWert
Erregerspannung5 V DC bis 50 mA
Kanäle1 konfigurierbarer Kanal + 1 Thermistorkanal
Volle Wheatstone-Brücke± 7,8 mV/V; Genauigkeit 0,13 % FS (−40 … +80 °C)
Ratiometrisches Potentiometer0–5 V DC (0–1 V/V); Genauigkeit 0,1 % FS
Single-Ended-Spannung0–5 V DC; Genauigkeit 0,6 % FS
Potentialfreie Impulse / Open Collector0 bis 4 294 967 295 Impulse; 0–50 Hz
Thermistor0 bis 2 MΩ; Genauigkeit 0,04 °C
Lesekapazität200 000 Auslesungen

Technische Daten

GerätetypZentrale Datenlogger- / Interconnection-Einheit
Stromversorgung12 V DC (opt. 110/220 V AC, Solar)
Ruhestrom30 µA
Betriebstemperatur−20 … +70 °C
Abmessungen159 × 110 × 54 mm
Gewicht≈ 500 g
Lokale Analogeingänge2× 4–20 mA / 0–3 V / 0–10 V, 24 Bit
Lokale Digitaleingänge2× Trigger / Impulszähler
Alarmausgänge2 Relais, max. 24 Vac/Vdc 1 A
Versorgungsausgänge2× 12 V 0,5 A
KommunikationsschnittstellenEthernet · 2× RS485 optogekoppelt · 2× RS232 · UART TTL · WLAN
DatenspeicherungSD-Karte · interner NAND · GPRS/UMTS · Ethernet · WLAN
Ethernet-DiensteWebserver · SSH-Server · FTP-Client · E-Mail-Alarme
Anzahl Erfassungen> 2 000 000 in Maximalkonfiguration
Abtastrate1/59 min – 1/23 h – 1/10 Tage
AnzeigeLCD 128 × 64 mit Hintergrundbeleuchtung + 12-Tasten-Tastatur
Interne Uhr3-V-Lithiumbatterie
PeripheriegeräteEGMUX · DMUX · MUMS · DSAS · FBG · Modbus
FunkLoRa 869,4–869,6 MHz, 100 mW max.

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